{"id":432,"date":"2024-07-11T13:33:26","date_gmt":"2024-07-11T13:33:26","guid":{"rendered":"https:\/\/prepare.johnandcourtneypublishing.com\/?p=337"},"modified":"2024-07-11T13:33:26","modified_gmt":"2024-07-11T13:33:26","slug":"rezension-von-lars-onkelbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/johnandcourtneypublishing.com\/de\/rezension-von-lars-onkelbach\/","title":{"rendered":"Rezension von Lars Onkelbach"},"content":{"rendered":"<p>In dem Buch <em>Wie man einen Job bekommt und beh\u00e4lt<\/em>, geschrieben von Keith Calhoun-Senghor, geht es um \u201adas Spiel\u2019, welches man in der beruflichen Welt zu spielen hat. Es enth\u00e4lt eine Spielanleitung mit Tipps und Tricks, basierend auf den Erfahrungen, die der Autor in seinem beruflichen Leben gemacht hat.<\/p><p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong>\u201aIf you\u2019re gonna play the game, boy,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8216;You gotta learn to play it right\u2019. (Kenny Rogers, \u201aThe &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gambler\u2019)<\/strong><\/p><p>Dies ist ein Zitat aus einem Lied, welches meiner Meinung nach bestechend gut zu diesem Buch passt. In dem Lied geht es um einen jungen Mann, der auf einer Zugfahrt an einen alten erfahrenen Pokerspieler ger\u00e4t. Der \u00e4ltere Mann gibt seine Erfahrungen (gegen einen Schluck Whiskey) an den J\u00fcngeren weiter und erkl\u00e4rt ihm, er m\u00fcsse lernen Menschen zu lesen und darauf basierend entscheiden, ob er gerade ein gutes Blatt in den H\u00e4nden h\u00e4lt oder nicht. Keith Calhoun-Senghor ist wie der Gambler. So wie die Weisheiten des Gamblers nicht nur beim pokern, sondern auch im richtigen Leben hilfreich sein k\u00f6nnen, so stellen auch die Calhoun-Senghor Regeln Lebensweisheiten dar. Der einzige Unterschied ist, dass er vom Leser keinen Schluck Whiskey f\u00fcr seine Erfahrungen verlangt.<\/p><p>Das Buch beginnt gem\u00e4chlich mit einer Einf\u00fchrung in die Gedanken des Autors. Der Autor erkl\u00e4rt, wie ihm die Idee ein solches Buch zu schreiben gekommen ist und warum das Thema Organisationspolitik vor allem f\u00fcr Juristen aber auch f\u00fcr jeden anderen von besonderer Bedeutung ist.<\/p><p>Es ist wie im Krieg. Selbst wenn man die besten Waffen hat und am besten ausger\u00fcstet ist, verliert man trotzdem, wenn man nicht wei\u00df, wie man die Waffen einsetzen soll. Junge Menschen kommen oft mit einer Unmenge an Wissen und Ideen aus ihrem Studium, aber Ihnen fehlt die Erfahrung dieses Wissen und diese Ideen an den richtigen Stellen zum richtigen Zeitpunkt in ihrem beruflichen Umfeld einzubringen. Diese Erfahrung wird man auch nicht bekommen, indem man dieses Buch liest. Erfahrungen, aus denen man lernen kann, sammelt man nur, indem man sie selbst aktiv macht. Aber dieses Buch hilft einem dabei die Angst vor dem riesigen und unbekannten Ungeheuer der Arbeitswelt zu verlieren. Der Autor erm\u00f6glicht einem teilweise tiefe Einblicke in seine Vergangenheit, wodurch man die M\u00f6glichkeit erh\u00e4lt bestimmte Erfahrungen, negative wie positive, in das Gesamtbild, das gro\u00dfe Ganze, einzuordnen. Calhoun-Senghor schreckt auch nicht davor zur\u00fcck eigene Fehler und R\u00fcckschl\u00e4ge mit seinen Lesern zu teilen, denn gerade das sind die Momente aus denen man am meisten lernt.<\/p><p>Nach der angenehmen Einleitung wird man ohne Vorwarnung von 24 brutal ehrlichen Calhoun-Senghor Regeln erschlagen. Diese Regeln appellieren an den ethischen Wertekompass in jedem von uns. Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich ehrlich gesagt ein anderes Bild von der Berufswelt. Die juristische Berufswelt wird einem meistens als Schlachtfeld beschrieben. Ein st\u00e4ndiger Konkurrenzkampf bei dem es nur ums Gewinnen geht und die Kontrahenten auch nicht vor unfairen bzw. rechtswidrigen Mitteln zur\u00fcckschrecken. Ich sage nicht, dass ich mittlerweile von einem anderen Bild ausgehe. Es mag ganz oder teilweise zutreffen, aber die Frage, die man sich selbst fr\u00fch stellen muss, ist: Wie m\u00f6chte ich dieses Spiel spielen? Wenn es einem rein ums Gewinnen geht, dann mag die obige Darstellung f\u00fcr einem passend erscheinen. Eine weitere M\u00f6glichkeit ist so zu spielen, dass man hinterher nichts bereut und eine dritte M\u00f6glichkeit ist so zu spielen, dass man sein Handeln auch mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Ich bevorzuge (wie es wahrscheinlich auch Mr. Calhoun-Senghor ausdr\u00fccken w\u00fcrde): Alle der genannten Punkte. Der Autor beantwortet diese Frage mit 24 Regeln.<\/p><p>Mir pers\u00f6nlich sind das zu viele. Ich muss gestehen, dass ich bei Regel 15 nicht mehr wusste worum es in Regel 2 ging. Aber dieses Problem wird sich geben, wenn ich mir das Buch ein zweites und ein drittes Mal durchlese. Denn man muss ebenfalls anmerken, dass keine dieser Regeln unn\u00f6tig oder zu vernachl\u00e4ssigen ist. Nichtsdestotrotz w\u00fcrde ich den Versuch wagen und sie in f\u00fcnf Oberbegriffen zusammenfassen:<\/p><p><\/p><ol class=\"wp-block-list\"><li>Respekt (gegen\u00fcber jedem)<\/li>\n\n<li>Flei\u00df (bei allem, was du tust)<\/li>\n\n<li>Selbstvertrauen (in die eigenen F\u00e4higkeiten)<\/li>\n\n<li>Freundlichkeit (gegen\u00fcber jedem)<\/li>\n\n<li>Demut (bez\u00fcglich allem, was du erreichst)<\/li><\/ol><p><\/p><p>Wenn man diese Werte beherrscht, hat man eine Grundlage mit der man jedes Problem angehen kann. Und um es nochmal mit den Worten des Autors zu sagen: Sie schaden nie und helfen fast immer.<\/p><p>Wie der Titel schon vermuten l\u00e4sst, enth\u00e4lt dieses Buch auch viele praktische Tipps, die man direkt versuchen kann anzuwenden. Man braucht also keine Angst zu haben in langweiligen Organisationsstrukturen zu ertrinken. Sei es eine Meinungs\u00e4u\u00dferung mit der Floskel \u201aNun ja\u2026\u2019 zu beginnen, um sich Zeit zum nachdenken zu erkaufen oder wie man einen nervigen Kollegen mit Drang zum L\u00e4stern los wird. Dieses Buch erteilt Ratschl\u00e4ge wo es nur kann und dabei schafft es der Autor immer sich selbst auf die gleiche Ebene wie den Leser zu stellen, sodass ein gewisses N\u00e4heverh\u00e4ltnis gewahrt bleibt und Mr. Calhoun-Senghor dem Leser nicht wie ein \u201aBig Poobah\u2019 erscheint.<\/p><p>Der Schreibstil des Autors stellt einen erfrischenden Kontrast zu der sonst eher theoretischen und trockenen Thematik dar. W\u00e4hrend es im Beruf eigentlich darum geht professionell und ernst zu wirken, l\u00e4sst der Autor keine Gelegenheit aus, dem Leser ein Schmunzeln zu entlocken. Egal ob es ein bekanntes Filmzitat, eine kreative Anspielung, eine Geschichte oder ein Sandwich mit koscherer Wurst, getr\u00e4nkt in braunem Senf und bedeckt mit Hellmanns Mayonnaise ist, Calhoun-Senghor schafft es, seine Weisheiten anschaulich zu verpacken und f\u00fcr den Leser greifbar zu machen. Dabei helfen auch die minimalistischen und treffenden Illustrationen. Sie helfen, dem Leser die Furcht und Anspannung zu nehmen, die man empfindet, wenn man liest, was man alles k\u00f6nnen und worauf man alles achten muss. Man muss sich immer wieder klar machen, dass man im Begriff ist, ein Spiel zu spielen.<\/p><p>Im Verlauf des Buches stolpert man als Leser immer wieder \u00fcber Phrasen, die einem zwangsl\u00e4ufig in Erinnerung bleiben. Damit meine ich nicht die \u00dcberschriften oder die Regeln an sich, die meistens sehr markante Formulierungen darstellen. Nein, ich meine kleine S\u00e4tze oder Nebens\u00e4tze, die im gro\u00dfen Text auf den ersten Blick nicht auffallen. Wenn man sich gerade im Lesefluss befindet und pl\u00f6tzlich auf eine solche Formulierung st\u00f6\u00dft, muss man zwangsl\u00e4ufig innehalten, sie noch einmal lesen und nachdenken. Erst dann erkennt man ihre facettenreiche Bedeutung und sie bleibt einem im Ged\u00e4chtnis. Ein paar Beispiele:<\/p><p>&#8212; \u201aErst denken, dann handeln\u2019.<\/p><p>&#8212; \u201aVersuchen Sie nicht beliebt zu werden, sondern respektiert zu werden\u201d.<\/p><p>&#8212; \u201aLeider wird Freundlichkeit zu oft mit Schw\u00e4che verwechselt\u2019.<\/p><p>&#8212; \u201aSie k\u00f6nnen die Debatte gewinnen und trotzdem die Verhandlung verlieren\u2019.<\/p><p>&#8212; \u201aBleiben Sie offen f\u00fcr verschiedene Interpretationen\u2019.<\/p><p>&#8212; \u201aEs gibt keine schlecthten Erfahrungen, wenn Sie aus ihnen lernen\u2019.<\/p><p>&#8212; \u201aIm Spiel ist nichts pers\u00f6nlich\u2019.<\/p><p>Solche Phrasen spiegeln Erfahrungen wider, von denen man direkt lernen kann. Zumindest mir sind Sie sofort in Erinnerung geblieben.<\/p><p>Insgesamt kann ich sagen, dass dieses Buch zu lesen eine Bereicherung f\u00fcr mich war. Nat\u00fcrlich kann man behaupten, dass manche der Calhoun-Senghor Regeln eigentlich selbstverst\u00e4ndlich sein sollten, aber es ist interessant und beruhigend zu h\u00f6ren welchen Stellenwert manche Dinge auch auf dem Schlachtfeld der Juristen noch haben. Es geht im Leben zwar meistens nur um die Fragen: Wie werde ich erfolgreicher? Wie verdiene ich mehr Geld? Was muss ich tun, um bef\u00f6rdert zu werden? Aber Mr. Calhoun-Senghor erkl\u00e4rt dem Leser \u00fcberzeugend, dass man selbst bei einer solchen Zielsetzung seine Menschlichkeit nicht ablegen sollte. Um Spa\u00df am spielen des Spiels zu haben und um am Ende vielleicht behaupten zu k\u00f6nnen, dass man das Spiel durchgespielt hat, beziehungsweise es gewonnen hat, muss man sich sowohl auf seine Kollegen einlassen, als auch sich selbst treu bleiben. Das Spiel des Lebens ist keine One-Man-Show. Es ist ein Strategiespiel. Das Ziel ist es seine eigene Strategie, die zum Erfolg f\u00fchrt, zu entwickeln und dabei helfen einem die Erfahrungen von Gaius Julius Caesar, Alexander der Gro\u00dfe und Keith Calhoun-Senghor.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Buch Wie man einen Job bekommt und beh\u00e4lt, geschrieben von Keith Calhoun-Senghor, geht es um \u201adas Spiel\u2019, welches man in der beruflichen Welt zu spielen hat. 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